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Die Hunnen

Die Hunnen tauchten wie aus dem nichts auf, ihr Ursprung ist die Steppe Rumäniens und Russlands. Nach nur 100 Jahren verschwanden sie auch wieder in der Steppe.

Sie unterjochten die Germanen und Romanen, versetzten dabei halb Europa in Angst und Schrecken. Wir befinden uns in der Zeit in der Rom und Byzanz im Krieg liegen, das einst groß römische Reich ist in West und Ost geteilt. Doch die Geschichtsschreiber dieser Epoche überliefern nur wenig über die Hunnen. Dämonen und Barbaren werden sie genannt, ihre ungewohnte Gesichts- und Körperstruktur, sowie ihre Art zu Leben, macht dieses Volk für die damaligen Schreiber zu ungewöhnlichen „Kreaturen“.

Der Ursprung
Man vermutet, dass die Hunnen sich aus mehreren chinesischen Nomadenstämmen zusammensetzten, sowie teilweise auch aus russischen Nomaden.
Da die Hunnen aber keine eigene Geschichtsschreibung hatten ist dies nicht 100% geklärt. Nur anhand von Lebensweisen und Körperstatur werden diese Völker als Vorfahren der Hunnen genannt.

374n.Chr. beginnt der Siegeszug der Hunnen. Zuerst unterwarfen sie die Alanen, welche ein ebenso kriegerischer Nomadenstamm waren, der zwischen russischer Steppe und schwarzem Meer siedelte. Nach nur einem Jahr taten sich die Stämme zusammen und fingen den Krieg gegen die Ostgoten an. Der Kriegsgrund und die Auswanderung aus der Steppe ist wahrscheinlich eine Hungersnot gewesen. Die Hunnen, die nun eine beachtliche Stärke erreicht hatten konnten sich wohl nicht mehr von der nur spärlichen Vegetation der Steppe ernähren. Die Ostgoten und der Rest Europas waren dagegen reichlich mit Ressourcen gesegnet.

Der greise Ermanerich, der Herrscher der Ostgoten. der angeblich mittlerweile 110 Jahre alt war, beging laut Legende angesichts der unbesiegbaren Hunnen Selbstmord. Ob er das wirklich tat oder sich nur ergab und dann ermordet wurde ist unbekannt.

Mit den Goten und Hunnen trafen nun zwei starke Kriegervölker zusammen und so stand der Eroberung Europas nicht mehr im Wege.

Bald wurden auch die Gepiden unterworfen und leisteten Heeresfolge. Trotz des gewonnen Lebensraumes und der Vergrößerung ihres Stammes durch mächtigen Germanenstämme, zogen die Hunnen weiter Richtung Donau. Häuptling Balamir treib die West- und Ostgoten vor sich her als eine Art erste kriegerische Welle.

Die Hunnen hatten Blut geleckt: Nicht mehr die Suche nach neuen Nahrungsquellen und Siedlungsgründen waren der Grund für Kriege, sondern Macht.

Die weißen Hunnen, die sich schon vor Jahren von den anderen Hunnen trennten, überfielen im Kaukasus römische Provinzen, z.b. die Metropole Antiochia. Zeitzeugen beschrieben diesen Überfall als Blutbad. Männer wurden getötet und Frauen verschleppt.

„Sie waren unter uns, ohne dass wir wussten, woher sie kamen. In den Brunnen der Götter tränkten sie ihre Pferde. Auf den Stufen der Tempel nahmen sie unsere Frauen. An den Säulen unserer Stadt zerschmetterten sie die Häupter unserer Kinder. Nackt über die Hälse der Pferde geworfen, so verliessen unsere Töchter Antiochia. Wir werden sie nie Wiedersehen.“ So schrieb ein Zeitzeuge über diese Tat.

Was machte die Hunnen so gefährlich, dass Römer und Germanen ihnen unterlagen?

Ihre Strategie war es keine Fußtruppen zu haben. Die Hunnen wurden geboren und starben auf dem Rücken ihrer Pferde. Für damalige Zeiten hatten die Hunnen hochmoderne Sattel, keiner saß so sicher auf seinem Pferd wie die Hunnen. Ebenso waren auch die Bögen technisch hoch entwickelt und damit wussten die Hunnen gut umzugehen. Hoch zu Ross schossen sie ihre tödlichen Pfeile auf ihre Opfer nieder. Für die Germanen und Römer war dies ein erheblicher Nachteil. Schnell wurden ihre wenigen Reiter von den Hunnen aus dem Sattel geworfen und die Fußtruppen kamen im Pfeilhagel ums Leben. Ebenso machte das mächtige Kampfgeschrei den Gegnern Angst. Meist bestand die Kampftruppe nur aus 500-1000 Reitern die ungeordnet ihrem Gegner entgegen rannten. Die Gegner rannten auseinander in kleine vereinzelte Grüppchen die dadurch nicht mehr so stark waren.

Aber nicht nur ihre Kriegsführung ließ den Germanen und Römern das Blut in den Adern gefrieren, sondern auch ihre Erscheinung. Asiatische Gesichtszüge, ihre muskulösen Körper und deformierten Schädel. Die Köpfe der Säuglinge formte man durch Drücken und Bandagieren zur so genannten  „Turmschädelform“, ebenso wurde ihnen die Nase platt gedrückt, angeblich um besser in den Hunnenhelm zu passen. Diese Deformation brachte ihnen den Ruf ein Dämonen zu sein. So verbreiteten sie nicht nur durch ihre Taten Angst und Schrecken sondern auch durch ihre Erscheinung.

Eine Hexe und ein Dämon sollen die Eltern der Hunnen sein, daher bekamen die Hunnen den Beinamen „Gottes Geisel“.

Als die schwarzen Hunnen an der Donau ankamen sah der römische Kaiser Theodosis nur eine Möglichkeit einen Krieg mit den Hunnen zu verhindern. Er schloss einen Friedensvertrag mit den Hunnen. Kaiser Theodosis überließ den Hunnen einige auf ständige Westgoten, die von Kaiser Valens um 376 an der Donau angesiedelt wurden. Theodosis spielte die Hunnen und Germanen gegen einander aus und hielt auch Kontakte zu den „weissen“ Hunnen. Mit den weißen Hunnen hoffte er die reise Freudigkeit der schwarzen Hunnen zu reduzieren. Als im Jahr 395 Theodosis starb war der Frieden vorbei. Hunnen und Germanen waren erneut die Feinde der Römer.

Die Hunnen zogen von der Donau nach Griechenland und Italien. Bald wurde ein Friedensvertrag geschlossen mit Byzanz (Oströmisches Reich), der den Hunnenfürsten Unsummen Gold brachten. Stets schicken die Hunnen die verheerten Westgoten und Thrakien vor sich her.

Alles lief gut für die Hunnen bis 454, da kam es zur großen Niederlage und zum Ende des Imperiums.

Die Gepiden und die Hunne traten am Fluss Nedao gegen einander an. Die Hunnen bekamen Hilfe von ostgotischen Kriegern, aber diese Koalition konnte den Kampfgeist der Gepiden nicht hehr werden.  Das Reich der Hunnen hörte von ein auf dem anderen Tag auf zu existieren, die Ostgoten flohen nach Rom, die restlichen Hunnen flohen zurück in die Steppe nach Bulgarien. Zusammen mit anderen Nomadenstämmen gründeten dort die Hunnen das Bulgarische Reich.

Einige Hunnen jedoch siedelten sich im römischen Reich an, wo sie unter Germanen und Römern litten. Ein letzter verzweifelter Kampf um 469 von Hunnen gegen Rom wurde schnell zerschlagen.

Daraufhin existierten nur noch einige versprengte, angesiedelte Reste, des Hunnen Volkes. Sie verschwanden wieder im Dunkel der Geschichte, ebenso schnell, wie es einst aus den russischen Steppen ans Licht hervorgebrochen war.

Steckbrief des wohl bekanntesten Hunnen:

Attila der Hunnenkönig (400-447):

Attila wurde ungefähr 400 an der Donau geboren, keiner weiß wo und wann seine Geburt exakt stattgefunden hat. Seine Jugendzeit ist nicht dokumentiert, erst ab seiner Krönung im Jahr 434 tauchen Aufzeichnungen auf. Er bestieg wie schon erwähnt 434 den Hunnenthron, aber nicht alleine, sondern mit seinem Bruder Bleda. Im Jahr 445 ließ Attila seinen Bruder ermorden und war somit allein Herrscher der Hunnen.

Das hunnische Reich erstreckte sich vom Kaukasus bis zum Rhein. 450 drang Attila in Nordgallien ein, zuvor hatte sich Westrom gegen die Eindringlinge zur Wehr gesetzt und Ostrom stellte seine Zahlungen 3 Jahre zuvor ein.  Eine Spur aus Blut zog Attila hinter sich her. Nach der Niederlage nahe Troyes versuchte Attila Rom direkt anzugreifen, Papst Leo I. schaffte es, Attila zum Rückzug zu bewegen.

453 plante Attila wieder einen Feldzug gegen Rom. Doch in seiner Hochzeitsnacht mit Ildiko wurde er ermordet. Das war mit ein Grund für den Zerfall der Hunnen.

In den Nibelungen wurde dieses Geschehnis verarbeitet, Attila wurde zu Etzel und Ildiko zu Kriemhild.

Ein Kommentar zu Die Hunnen

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