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Die olympischen Spiele

RingeSchon in der Antike gab es in Griechenland Olympische Spiele allerdings waren sie etwas anders als die uns heute bekannten Spiele.
Es gab große Unterschiede in den Disziplinen, den Teilnehmern und dem Ablauf.

Der Ursprung & Wiederbelebung
Die Geschichte der Spiele geht weit zurück, bis zu den Aufzeichnungen von Homer, der die Spiele in seiner Ilias beschrieb.
Die Spiele waren verbunden mit göttlichen Festen und hießen zu dieser Zeit nicht olympische Spiele sondern Agone. Man kämpfte um das Ansehen bei den Göttern. Aber nicht nur die Götter erfreuten sich an dem Schauspiel sondern auch das Volk.

Der Sinn der Spiele war nicht nur die Erfreuung der Götter und Zuschauer; eine der größten Motivationen war es, die Wehrfähigkeit zu erhalten. Die Frauen wurden von den Argonen ausgeschloßen, dennoch waren sie sportlich. Ihre Motivation war es ihre Schönheit und Gesundheit zu bewahren.

Die Disziplinen
Der Wettkampf wurde in zwei Gruppen unterteilt, die gymnischen Sportarten und die hippischen Sportarten.
Die gymnischen Sportarten wurden in den Stadien ausgeführt. Sie hiessen gymnische, da diese Sportarten stehts nackt ausgeübt wurden (gr. gymnos = nackt).
Die hippischen Sportarten wurden mit dem Pferd ausgeübt.

Das waren die gymnischen Sportarten:

Stadionlauf:
Dies ist eine der ältesten Sportarten der Griechen, seit ca. 776v. Chr. mussten die Männer ihre Schnelligkeit in dieser Disziplin zeigen.
Die zu laufende Kurzstrecke bemaß die Länge des Stadions (Veranstaltungsort). Durch Ausgrabungen einiger dieser Stadien konnte man messen, dass die Länge eines Stadions 192Meter (600Fuß) betrug.

Später führte man den Doppellauf ein, dieser betrug 1200Fuß, also die doppelte Strecke. Da es damals noch keine Rundbahnen gab, so wie man sie Heute aus Stadien kennt. Forscher vermuten das daher ein Pfosten als Wendemarke den Sportlern diente. Ebenso weiß man auch nicht genau, wie die Bahnen eingeteilt wurden. Manche vermuten, dass sie ohne Begrenzung liefen, das soll daher funktioniert haben da das Fairplay damals höher ausgeprägt war als heute.
Andere vermuten, dass die Bahnen mit Seilen abgetrennt wurden.

Langlauf:
Hier mussten die alten Griechen ihre Ausdauer beweisen. Die Strecke betrug 20Stadien. Das Wort Stadion war auch eine Maßeinheit, die sich auf den Wettkampfplatz bezog.
1Stadion=600Fuß, 12000Fuß=~3,8Kilometer.

Waffenlauf:
Diese Sportart wurde wohl von den Militärs eingeführt. Die Sportart wurde ca. 520v Chr. in Olympia eingeführt. Die Männer mussten mit Helm, Beinschienen, Speer und Schild (Hoplitenrüstung) die doppelte Stadionlänge (~400m) laufen. Durch diesen Wettbewerb wurden Kondition und Schnelligkeit „geprüft“. Der Sieger konnte auch eine Beförderung bekommen.

Faustkampf:
Das Boxen war seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. olympische Disziplin. Die Kämpfer umwickelten ihre Hände mit Lederriemen, die die Wirkung der Schläge verstärken sollten. Der Kampf endete mit der Kampfunfähigkeit oder der Aufgabe eines der Kontrahenten. Nicht selten führten die Kämpfe zu Verletzungen, bisweilen hatten sie auch einen tödlichen Ausgang.
Durch eine Grabinschrift ist der Todesfall des Boxers Agathos Daimon überliefert, der 35-jährig im Kampf um den Olympiasieg starb.

Ringen:
RingerSeit 708 v. Chr. soll der Ringkampf Bestandteil des olympischen Programms gewesen sein. Da es keine Gewichtsklassen gab, waren schwergewichtige Athleten bevorteilt.
Die Kämpfe endeten mit dem dreimaligen Bodenkontakt eines der Ringer.
Übrigens: Da Griffe an allen Körperbereichen erlaubt waren, entspricht das antike Ringen dem heutigen Freistilringen eher als der modernen Disziplin des griechisch-römischen Ringens, bei dem nur der Griffansatz oberhalb der Gürtellinie zulässig ist!

Pankration:
Dies ist eine Mischung aus Faust- und Ringkampf. Hier war fast alles erlaubt. Es wurde getreten, gewürgt, geschlagen und Gelenkeverdreht. Die Verletzungsgefahr war hoch ebenso das Risiko zu sterben. Beendet wurde der Kampf durch Aufgeben oder Sterben. Den Frauen dürfte es imponiert haben, der Gewinner wurde wohl genauso vererht wie die heutigen Stars aus Funk und Fersehen.

DiskusFünfkampf:
Der Fünfkampf bestand aus den Diziplinen: Speer-, Diskuswurf, Weitsprung, Laufen, Ringen und wurde 708v.Chr das erste Mal bestritten.
Speer- und Diskuswurf, sowie Weitsprung waren damals nur im Fünfkampf enthalten und nicht wie heute als Einzeldisziplinen.
Die Diskusscheiben waren aus Bronze, Silber, Eisen, Blei oder Stein und wogen so um die 5kg.

Die Weitspringer nutzten Sprunggewichte in jeder Hand. Der Sprung erfolgte wahrscheinlich in fünf aufeinander folgenden Sätzen aus dem Stand.
Die Technik des Speerwurfs unterscheidet sich von der modernen Sportart dadurch, dass der antike Athlet das Wurfgeschoss unter Nutzung einer Lederriemenschlaufe in die Weite katapultierte.

SpeerwerferGelaufen wurde eine Stadionlänge also 600Fuß, 192m.
Das Ringen lief wie im Einzelwettbewerb ab, doch die Athleten waren wohl nicht ganz so gewichtig wie die Einzelkämpfer.

Sieger des Fünfkampfes war derjenige, der in den Disziplinen am meisten gesiegt hat – sehr wahrscheinlich durch das Ausscheideverfahren bei Gleichstand.

Wettbewerbe der Trompeter und Herolde:
Nichts mit unserem heutigen Sportverständnis gemein hatten die seit 396 v. Chr. durchgeführten Wettbewerbe der Trompeter und Herolde. Unbekannt ist, auf welche Weise diese Wettkämpfe entschieden worden sind.

Das waren die hippischen Disziplinen:

Eine Attraktion der Olympischen Spiele waren die hippischen Wettbewerbe.
Die älteste Pferdesportdisziplin Olympias soll das 680 v. Chr. eingeführte vierspännige Wagenrennen gewesen sein; manche Forscher halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass das Rennen mit dem traditionellen Zweigespann (laut Überlieferung erst seit 408 v. Chr.) früher eingeführt worden ist.
648 v. Chr. soll dann das erste Pferderennen ausgetragen worden sein. Über die Jahrhunderte wurde das olympische Programm um eine Reihe von hippischen Wettbewerben erweitert:
Zweigespann von Maultieren, Stutenrennen, Viergespann von Fohlen, Zweigespann von Fohlen, Fohlenrennen. Schon diese Programmausdehnung ist ein Indiz für die außerordentliche Beliebtheit des Pferdesports bei Publikum und Teilnehmern.

Da der Pferdesport mit hohen Kosten verbunden war, konnten sich nur Angehörige reicher und aristokratischer Familien an den Wettbewerben beteiligen. Als Teilnehmer galten nicht die Wagenlenker oder Reiter, sondern die Besitzer der Pferde. Auf diese Weise konnten auch Frauen Olympiasiege erringen. (Sonst waren Frauen von der Teilnahme an olympischen Wettbewerben ausgeschlossen.)
Berühmte Persönlichkeiten errangen im Pferdesport den olympischen Siegeskranz: Philipp II. von Makedonien, Vater Alexanders des Großen, war ebenso Olympiasieger (sogar dreifacher) wie der spätere römische Kaiser Tiberius.


Die Athleten von Olympia: Amateure und Profis
Jeder freie männliche Grieche durfte an den Wettbewerben teilnehmen. Die Sportarten zu Pferd waren eine Domäne des Adels, da der normale Bürger sich meist keine Pferde leisten konnte.

Aber auch die Teilnehmer der gymnischen Disziplinen mussten Geld besitzen, da diese erstmal die Anreise und Unterkunft bezahlen mussten. Daher kam es, dass die meisten Athleten aus der Nähe Olympias stammten.
Es gab kein Preisgeld sowie heute, sondern alleine Ruhm und Ehre. Meist bekamen die Athleten Prämien von ihrer Gemeinde, selten Geld, eher Gebrauchsgüter.

Die Heimatstadt des Siegers gewann genauso an Ansehen wie der Sportler.

In Athen standen aufgrund eines von Solon (ca. 640-560 v. Chr.) eingebrachten Gesetzes jedem Olympiasieger 500 Drachmen zu (In Solons Zeit hatte eine Drachme den Kaufwert eines Schafes!). So entwickelte sich bereits in der Antike der professionelle Sport. Auf dem Höhepunkt der Wettkampfbegeisterung der Griechen fanden hunderte von Agonen (Wettkampfveranstaltungen) statt auf denen die Profis Preisgelder erringen konnten.
Denn – im Gegensatz zu den prestigeträchtigen vier panhellenischen Spielen – lockten die meisten griechischen Agone mit materiellen Gewinnen.

In Olympia hingegen erhielten die Sieger einen Kranz aus den Zweigen des Ölbaumes, der in der Nähe des Zeustempels stand.


Ablauf

1. Tag
Vereidigung der Wettkämpfer und Trainer vor der Zeusstatue.
Wettkampf der Trompeter und Herolde

2.Tag
Wettkämpfe der Jungen und Jugendlichen

3. Tag
Vormittags: Hippische Wettkämpfe
Nachmittags: Fünfkampf
Abends: Totenopfer für Achilleus und Pelops

4. Tag
Prozession und Opfer für Zeus
Festmahl in Prytaneion

5. Tag
Vormittags: Laufwettbewerbe & Kampfsport
Nachmittags: Waffenlauf

6. Tag
Siegerehrung vor der Zeusstatue
Bewirtung der Sieger im Prytaneion


Entstehung
Wer genau die akonischen Spiele erfunden hatte ist unklar. Vielleicht waren es die Olympianer, die ihre im Nordwesten der Peloponnes liegende Region etwas aktraktiver Gestalten wollten. Olympia war keine große panhellnische Kultstätte, nur ein Heiligtum stand seiner Zeit dort, es war den Muttergottheiten gewidmet.
Der Mythos besagt, dass an dieser Stelle jener Pelops, ein lydischer Königssohn, den König von Pisa (Pisa bei Olympia) in einem Wagenrennen auf Leben und Tod bezwungen hat. Erst Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. wurde in Olympia der Zeuskult eingeführt. Nach griechischer Überlieferung fanden im Jahr 776 v. Chr. die ersten Olympischen Spiele statt. Der Läufer Koroibos aus Elis ist laut Siegerlisten der erste Olympiasieger der Geschichte. Er siegte im Stadionlauf, der einzigen Disziplin, die seinerzeit ausgetragen worden ist.

In hellenistischer Zeit dominierte das Berufsathletentum die olympischen Bewerbe. Die griechische Öffentlichkeit wie auch die Herrscher zeigten nun wieder großes Interesse an sportlichen Wettkämpfen, so dass der Ruhm, der in Olympia erworben werden konnte, bares Geld wert war.
Einen schweren Schlag versetzte der römische Gewaltherrscher Sulla Olympia: 85 v. Chr. beraubte er das Heiligtum und 80 v. Chr. verlegte er die 175. Spiele nach Rom. In der Zeit der späten römischen Republik sanken die Spiele wieder zu einem regionalen Ereignis herab.

Seitdem der Streit zwischen Eleern und Pisaten um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 570 v. Chr. zugunsten von Elis entschieden war, kamen die Wettkampfrichter der Olympischen Spiele, Hellanodiken („Griechenrichter“) genannt, ausschließlich aus Elis. Die Hellanodiken prüften die Teilnahmeberechtigung der Athleten, überwachten das Training in Olympia und natürlich die Wettkämpfe. Die Zuteilung der Sportler (und Pferde) in Altersklassen – es gab ja keine Geburtsnachweise – nahmen sie nach Augenschein vor.
Bei Regelverstößen hatten sie das Recht, körperliche Züchtigung anzuordnen. Auch Frühstartern in den Laufdisziplinen drohte diese Bestrafung, die durch die „Peitschenträger“ vollzogen wurde.

Schon damals gab es den Olympischen Frieden der die An- und Abreise aller Teilnehmer und Zuschauer sicherte. Der Schutz wurde dem Gott Zeus zugesprochen und kein Staat oder Privatmann durfte diesen göttlichen Frieden stören.

Zeus und den anderen Göttern zu ehren wurden während den gesamten Spielen kultische Handlungen vollzogen (siehe Ablauf).


Wiederbelebung
Am 25. November 1892 schlug der französische Baron Pierre de Coubertin bei einem Vortrag in der Pariser Sorbonne ein internationales Sportfest vor, das dem Frieden und der Völkerverständigung dienen und den Namen der berühmtesten Wettkampfveranstaltung des Altertums tragen sollte: Olympische Spiele.
Coubertin war damit nicht der erste, der an das antike Olympia anknüpfen wollte indem er eine Sportveranstaltung ins Leben rief. Olympia begeisterte spätestens seit dem Beginn der deutschen Ausgrabungen der antiken Stätten die Menschen. Bereits vor Coubertins Vorschlag hatten „Olympien“ im nationalen Rahmen stattgefunden (so in Griechenland). 1891 hatten der Australier J. A. Cooper und der englische Historiker J. A. Froude „Pan-Britannische Olympische Spiele“ angeregt. Doch nur Coubertin gelang es eine internationale Bewegung zu begründen, die der olympischen Idee in einer erfolgreichen Veranstaltung dauerhaft Gestalt gab.

Auf einem „Leibeserzieherischen Internationalen Kongress“ in Paris wurde am 23. Juni 1894 die Neubegründung der Olympischen Spiele beschlossen und ein „Internationales Olympisches Komitee“ (IOC) gegründet. Entgegen dem Willen Coubertins vergab das IOC die ersten Olympischen Spiele nicht für 1900 nach Paris, sondern beschloss bereits 1896 Spiele zu veranstalten, die im Ursprungsland der Olympischen Idee, in Athen stattfinden sollten.

Am Ostersonntag des Jahres 1896 (5. April) begannen in Athen die elftägigen Wettkämpfe. Austragungsort war das nach antikem Vorbild errichtete Stadion, das vom griechischen Millionär Georg Avaroff gestiftet worden war. 295 Athleten aus 13 Ländern ermittelten 42 Olympiasieger. Wie in der Antike nahmen bei den Wettkämpfen nur Männer teil.
Erfolgreichste Nation wurden die USA (11 Olympiasiege) vor Griechenland (10) und Deutschland (7). Erfolgreichster Sportler war der deutsche Turner Carl Schuhmann mit vier ersten und einem dritten Platz.

Seit 108 Jahren werden nun wieder Olympische Spiele ausgetragen – eine kurze Zeitspanne im Vergleich mit den antiken Spielen. Doch die Olympische Bewegung der Moderne hat in diesem Jahrhundert eine Reihe schwerer Prüfungen (kriegsbedingter Ausfall von Spielen, Missbrauch durch die Nazis, Kalter Krieg mit Boykotten, Professionalisierung des Sports) überstanden, so dass man optimistisch auf ihre Fortdauer hoffen kann – wenn die olympische Idee und die Wurzeln der Bewegung nicht in Vergessenheit geraten.

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