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Mondphase
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"Feig, wirklich feig ist nur, wer sich vor seinen Erinnnerungen fürchtet." (Elias Canetti)
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So speiste man in Ägypten

Getränke

Bier
Manche sind der Meinung, dass die alten Ägypter ihr Bier mit Gerste herstellten, manche wiederum mit Getreide. Dazu feuchteten sie zerstoßenes Getreide an, das in Stücken leicht gebacken und später in Bottichen zertreten und gegärt wurde.
Bier bestand nach Untersuchungen der dort gefunden Reste hauptsächlich aus Emmerweizen, Koriander und Wacholder. Der Alkoholanteil lag bei ca. 6%. Um es lange haltbar zu machen, wurde es mit Dattelsaft gesüßt, was das Bier natürlich besonders zuckerhaltig machte.

Wein
Wein (irep) war nur den Reichen vorbehalten. Man trank den Wein süß, meist gemischt mit Honig. Aber auch andere Aromen fanden Zugang. Aus dem alten Reich sind uns sechs Sorten Wein bekannt, u.a. Rotweine, Weißweine und Schwarzweine.
Der Wein wurde aus Vorderasien und besonders aus Syrien importiert. Aber auch in Ägypten kelterte man Wein. Weinstöcke wurden bevorzugt in Nilschlammgruben angepflanzt, weil der Schlamm besonders fruchtbar ist. Die meisten Funde machte man im Nildelta.
Die Herstellung des Weines fand wie folgt statt:
Nach der Lese wurden die Trauben in ein großes Becken gelegt, in welchem Männer die Beeren mit ihren Füßen zerstampften. Der dadurch entstandene Saft lief durch einen seitlichen Ausfluss in ein Gefäß. Die Maische (das was nach dem Auspressen der Reben übrig bleibt) presste man in einer Sackpresse aus. Dazu drehten Männer lange Stangen in gegenläufige Richtungen, während ein Weiterer die Stangen auseinander drückte.
Die erste, „stille“ Gärung des Traubenmosts fand noch im Tretbottich statt, die zweite, „stürmische“ Gärung erst nach Abfüllung in den Weinamphoren. Zum Schluss wurden die Amphoren mit Lehmstöpseln verschlossen. In die Lehmstöpsel stach man kleine Löcher, damit das Kohlendioxid austreten konnte. Der Wein war auch eine der Opfergaben für die Götter.

Wasser und Milch
Aber nicht nur alkoholische Getränke wurden getrunken, auch Wasser und Milch. Die Milch gewann man von Kühen, Ziegen und Schafen, aber auch wurde manchmal Muttermilch getrunken, die magische Heilkräfte bessen haben soll.

Speisen

Brot
Das Brot bestand entweder aus Emmer (Vorläufer des Weizens), Weizen oder aus Einkorn. Das Brotbacken war eine Aufgabe der Frau.
Die Körner wurden zuerst auf einem Mahlstein zerrieben, dann kamen Hefe und Wasser oder Eier und Milch hinzu und je nach Geschmack wurde es mit Salz, Gewürzen und manchmal sogar mit Datteln oder Lotus angereichert. Aus den ganzen Zutaten wurde ein Teig geknetet, der in einem Ofen gebacken wurde.
Weil die alten Ägypter die Körner zwischen flachen Steinscheiben mahlten, war das Brot noch mit feinen Steinpartikeln versehen. Die Zähne wurden dadurch abgeschmirgelt.

Fleisch und Fisch
Gänse, Enten, Tauben, Kraniche, Wachteln und kleine Singvögel waren einige der Delikatessen im alten Ägypten. Fleisch, besonders Rind, aber auch Ziegen- Schaf und Schweinefleisch wurde ebenfalls gerne gegessen. Es wurden nicht nur die vorhin genannten Tiere zur Mast gehalten, sondern auch Antilopen, Gazellen und Steinböcke. Zur längeren Erhaltung des Fleisches wurde es gepökelt und getrocknet.
Auch Fische wurden gekocht, getrocknet und gesalzen. Die Zubereitung ist der heutigen Zeit gleich: Gebraten, gekocht oder gegrillt mit Gewürzen oder einfach pur.

Gemüse
Lattich, Knoblauch, Gurken, Lauch, Zwiebeln, Kresse, Portulak, Kürbisse, Wurzelstock, Samen vom Lotus und Teile der Papyruspflanze waren die bevorzugten Gemüsearten der Ägypter, wie Forschungen feststellten.
Linsen, Saubohnen, Erbsen, Kichererbsen und Bochshornklee waren die Hülsenfrüchte der alten Ägypter.

Obst
Frisch oder getrocknet aß man Feigen, Datteln, Melonen, Trauben, seit dem Neuen Reich auch Granatäpfel, die zuerst aus Vorderasien importiert, später aber auch selbst kultiviert wurden. In der Spätzeit auch Oliven.

Gewürze
Über Gewürze wissen wir relativ wenig, nur einige wenige Aufzeichnungen erlauben Einblick in das Gewürzregal der Ägypter. Beim Volk wurde Amarna und Koriandersamen bevorzugt. Die bekannten Gewürzpflanzen, Koriander, Dill, Kreuz- und Schwarzkümmel, Senfkörner und Wacholderbeeren sind nur aus medizinischen Papyri bekannt.

Kuchen und Süßigkeiten
Die alten Ägypter liebten Süßes. Das Grab eines Wesir zeigte die Herstellung von Kuchen aus zerstampften „Erdmandeln“, Wurzelknollen eines Zyperngrasgewächses (nussartiger Geschmack), der mit Honig gesüßt und im Fett gebacken wurde. Als kleine Nascherei nebenher waren besonders Honig, Beeren des Johannisbrotbaums und auch andere Obstsorten beliebt.

Gegessen wurde auf Geschirr aus Ton, bei Reichen aus Metall (meist Gold). Besteck gab es nicht, es wurde mit den Händen gegessen!

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