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Frauen im Mittelalter

Die Ehe
Die Ehe in der Gesellschaft des Mittelalters wurde von Kirche und Staat beiderseits beobachtet, die  Zeremonie und Rituale der Ehe lagen ausschließlich im kirchlichen Bereich. Die Gründung von Familien und das Verhalten der Eheleute nach innen und aussen interessierte sowohl Kirche wie auch den Staatliche-Institutionen.

Der Staat kontrollierte die kulturelle Verhaltensweisen der Ehepartner, die Kirche kontrollierte die moralischen Verhaltensweisen. In der Frühzeit des Christentums waren Ehe und Familiengründung noch Privatsache, aber bald schon haben Staat und Kirche, die Ehe für ihren Kompetenzbereich beansprucht und mit Regeln genormt. Die Kirche sah in der Ehe einen Ort, wo Sexualität und Erotik ohne Verletzung der christlichen Moralvorstellungen stattfinden konnte, dennoch galt die Ehe, besonders der Sex, mehr als ein „Darfschein“ für die Fortpflanzung. Für die weltliche Obrigkeit war die Familie die Keimzelle der gesellschaftlichen Ordnung und damit Garant für die Ausübung und die Kontinuität herrschaftlicher Praxis (z.B. Blut Reinheit beim Adel).


Ein besonderes soziales Spannungsfeld bildete die freie Partnerwahl . Bis in das 12. Jahrhundert beruhte die Ehe auf einem „Vertrag“, den ursprünglich die Familien von Braut und Bräutigam abschlossen. Später wurden die Eheverträge vom  Vater oder sonstigen Muntträger ( Munt, „Erziehungsberechtigte/Vormundschaft“ der Frau ) geschlossen, das war dann die Muntehe, die bis heute noch in einigen Länder praktiziert wird. Die Braut hatte kein Mitspracherecht, kam aber meist durch so eine Heirat in eine bessere Stellung. Wichtig war immer noch, dass die Munt (Vormundschaft) über die Frau von der bisherigen Familie auf eine neue Familie (Familie des Bräutigams) überging. Eine Ausnahme hierbei bildete die sogenannte Friedelehe, die neben der Muntehe als vollgültige Ehe geduldet wurde und bei der die Frau nicht unter die Muntgewalt des Mannes trat.

In der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts setzten die kirchlichen Instanzen den freien Willen der Eheleute an die Stelle der elterlichen Zustimmung. Das Laterankonzil („Kirchenrat“1215) bestimmte, dass die Ehe ein Sakrament und grundsätzlich unauflöslich sei, auch heute noch sieht die römisch-katholische Kirche eine Scheidung als Sünde an. Die Kirche entwickelte Regeln für Hindernisse sowie innereheliche Verpflichtungen. In Bezug auf die Unauflöslichkeit der Ehe hatte die Laiengesellschaft eine andere Einstellung als die Kirche, für sie diente die Ehe der Zeugung von Nachkommen, der Vererbung des Familienbesitzes, eine unfruchtbare Ehe konnte deshalb für sie aufgelöst werden, ebenso wurden auch oft Ehen die keinen männlichen Erben hervorbrachten aufgelöst. Meist allerdings wurde die Braut bei einer Ehe ohne männlichen Erben „Opfer eines tragischen Unfalls“.

Falls der Mann starb mussten der Vater der Braut eine so genannte Aussteuer und der Mann das Wittum und die Morgengabe bereitstellen, damit die Frau weiterhin über Vermögen verfügte. Die Aussteuer war gleichzeitig ein Verzicht auf das Vermögen des Brautvaters. Beim Tode der Frau, wenn keine erbberechtigten Kinder vorhanden waren, bekamen die Brauteltern die Aussteuer zurück erstattet. Der Mann verfügte über alle Verwaltungsrechte der oben genannten Gaben, er durfte sie daher Verkaufen/Eintauschen musste aber trotzdem beim Tode der Frau alles zurückzahlen oder Abgaben des gleichen Wertes geben. Die Aussteuer konnte aus Geld/Gütern oder Lebendgütern (Tiere,Leibeigene) bestehen. In bäuerlichen Familien bestand die Aussteuer meist aus Geschirr, Töpfen, Pfannen, dieser Brauch blieb in vielen Ländern bis heute. Selbst in Deutschland werden heute noch meist bei einer Eheschließung Küchengeräte oder andere Wohnungsgegenstände verschenkt.

Der Gedanke der Gütergemeinschaft bahnte sich erst im Spätmittelalter, vor allem in den großbürgerlich-städtischen Gesellschaftsschichten an, in der Verwaltung dominierte jedoch weiterhin der Ehemann. Die Kirche war sehr besorgt, dass die Ehe als Institution und Sakrament gegen Bedrohungen von innen und außen geschützt wurde. Die kirchlichen Gerichte verfolgten deshalb alle Übertretungen: Ehebruch (meist nur zu Lasten der Frau, da Huren besuche kein Ehebruch war), Homosexualität, Bigamie( mehrfach Ehen) und Konkubinat (Ehefrau+ Geliebte/Harem), sowie alle Arten von abweichendem Sexualverhalten (z.B. Sex in der Öffentlichkeit) um eine innere Aushöhlung der Ehe zu verhindern.

Im 14. Jahrhundert gab es eine Wandlung. Vorher waren rein kirchliche/spirituelle Strafen das einzige was zu erwarten war( Buße tun, Rosenkranz beten etc), so wurden ab dem 14Jhd, Geldstrafen für diverse Arten sexueller Übertretungen verhängt. Die Kirche hielt weiter an der Freienpartnerwahl fest, jedoch leisteten die Eltern dieser Regelung Widerstand. Im Mittelalter war die Ehe die einzige rebellische Möglichkeit der jungen Frauen gegenüber ihren Eltern, deshalb versuchten Eltern, gegen ihren Willen geplante Eheschließungen zu verhindern. Nach kanonischem Recht (Kirchenrecht) war dies unmöglich, weshalb die Eltern dazu übergingen, die Mitgift zu verweigern oder die Tochter zu enterben, manchmal wurden emanzipierte Töchter auch umgebracht.

Die Gliederung der mittelalterlichen Gesellschaft schloss es aus das Ehen Standes übergreifend (z.B. Bauerstochter, Königssohn) waren. Soziale Mobilität durch das Mittel der Ehe tritt erst ab demSpätmittelalter auf, ist aber auch schon früher zu beobachten. Interessen, die sich aus Besitz, Herrschaft, und Vermögen von Familienverbänden ergaben, oder emotionelle Bindungen haben in vielen Fällen zu Eheschließungen geführt, die in ständischer Hinsicht unebenbürtig waren. Dabei galt seit dem Hochmittelalter, dass eine unebenbürtige Frau den Stand des Mannes nicht erlangte und dass die Kinder aus einer solchen Ehe dem geringeren Stand („der ärgeren Hand“) folgten. Diese Frauen waren meist nach dem Tode des Mannes nicht mehr Vermögend, sie gingen zu den Eltern zurück oder ins Kloster, je nach alter der Kinder.

Männer die in einen höheren Stand heirateten hatten alle Vorteile dieses Standes, sowie auch die dadurch resultierenden Kinder. Die weltlichen Gewalten besaßen im übrigen keinerlei juristische Befugnisse bei der Eheschließung; sie traten im wesentlichen repressiv auf. Damals entstand der Brauch der Braut Entführung, Mädchen die einen nicht ebenbürtigen Mann heiraten wollte, ließen sich oft von diesem Entführen und heimlich verheiraten. Die Eltern konnten danach nichts mehr gegen die Eheschließung unternehmen. Entführungen gegen den Willen der Frau wurden hart bestraf, diese Ehen wurden auch meist mit Kirchensegen gelöst, solange es keine Kinder aus dieser unfreiwilligen Ehe gab.

Die Eheschließung von Unfreien unterlag bis in das Hochmittelalter, dem starken Einfluss der Grund- und Leibherren, die dabei ihre wirtschaftlichen und Lehnsrechtlichen Interessen verfolgten. Der Herr konnte aufgrund seines Hofrechtes seine Leibeigenen zur Heirat bzw. Wiederverheiratung (bei Verwitweten) zwingen. Ehen mit  Partnern, die nicht zum Hofe des Herrn gehörten, konnte der Herr unterbinden oder mit Beschränkungen zulassen. Manchmal kam es vor das ein Sohn aus der Ehe in die Lehnsherrschaft des Herren überging, auch wenn die Mutter nun einem anderen Lehnsherr gehörte.

Aus den Niederlanden des 14. und 15. Jahrhunderts sind eine nicht geringe Anzahl von Fällen bekannt, in denen es geschickten Missetätern gelang, nach einer Verführung, Entführung oder Vergewaltigung sich mit der Familie der Frau zu einigen und nach Entrichtung einer Buße an die Obrigkeit eine Ehe zu schließen. Auf diesem Wege konnten einige sogar einen sozialen Aufstieg realisieren. Begüterte Witwen und Waisen waren dabei die bevorzugte „Beute“ dieser Männer.

Rechtliche Stellung der Frau
Je nach Stande der Frau hatte sie auch andere Rechte, dennoch blieben einige Gesetze für alle Frauen gleich welchen Standes gleich. Laut Gesetz hatte die Frau (Adel und Kirche ausgenommen) keinerlei Anteil an der Herrschaft in Staat und Gesellschaft. Öffentliche Ämter wurden ihr ebenso versagt wie die Mitgliedschaft in staatlichen Körperschaften, ganz gleich ob es sich um grundherrliche Gerichte, städtische Regierungseinrichtungen, Königsräte oder Abgeordnetenversammlungen handelte. Kronprinzessinnen mussten sich verheiraten, ehe sie den Thron besteigen durften, verwitwete Frauen mussten sich neu verheiraten oder den Thron an einen Sohn oder einer verheirateten Tochter abgeben
Kirche und Staat führten für diese Einschränkung der Rechte genaue Gründe an:

Kirche: zweitrangige Stellung der Frau innerhalb der Schöpfung und Anteil an der Erbsünde .
weltliche Gesetzgebung rechtfertigte die Beschneidung der öffentlichen Rechte der Frauen mit ihrer Unwissenheit, ihrem Leichtsinn und ihrer Habsucht.
Seit dem Frühmittelalter unterstanden die Frauen der sogenannten Geschlechtervormundschaft , weil sie von Natur aus nicht waffen- und wehrfähig waren, weshalb sie keine volle Rechts- und Handlungsfähigkeit besaßen. Bei freien Frauen übte die Vormundschaft (“ Munt „) der Vater, nach der Eheschließung der Ehemann aus. Besser gestellt war die Witwe, da sie nach dem Tod ihres Gatten von dessen Vormundschaft frei wurde und nicht unter die Vormundschaft ihres Vaters oder eines männlichen Verwandten zurückkehren musste. Die Witwe konnte über Mitgift, Morgengabe und Wittum und über das vom Ehemann ererbte Vermögen frei verfügen; auch konnten sie selbständig über eine Wiederverheiratung („Selbstverlobungsrecht“) entscheiden. Dadurch erweiterte sich der Handlungsspielraum der Frau im rechtlichen Bereich erheblich. Die Witwen standen zudem – wie auch die Waisen – unter dem speziellen Friedensschutz des Königs ; auch dies hat die Position der Frau im Rechtsleben gestärkt.

Weitere gesetzlichen Benachteiligungen für die Frauen im Mittelalter :
Bürgerrechte und Bürgerpflichten gingen im Mittelalter nicht Hand in Hand. Obwohl die Frau nicht das Recht des Mannes hatte musste sie dennoch Steuern zahlen. Unverheiratete, Witwen, Selbstverdienerinnen (meist Witwen) zahlten soviel wie die Männer ihre Standes. In London waren es um 13Jhd. 4% der Steuerzahler. Bei Ehefrauen muss der Ehemann für beide die Steuern bezahlen, die für die Frau geringer war als für den Mann.

Erbrecht: Frauen die verheiratet waren konnten das väterliche Erbe nicht antreten, da die Aussteuer als Erbabspruch galt. Frauen die verheiratet waren, konnten dennoch Erben wenn der Vater keine anderen Erben hatte. Diese so genannte Agnatische Erbfolgeordnung , die auch die unverheirateten Töchter des Erblassers ausschloss, hat sich beim fürstlichen Hochadel bis in die Neuzeit erhalten.
Lehensrecht: Frauen waren nicht lehensfähig . Als schließlich seit dem Spätmittelalter auch Frauen Lehensgüter erhalten konnten, mußten sie bei der Leistung der Lehenspflicht einen männlichen Lehensträger einschalten.
Gericht: Frauen durften nicht vor Gericht als Zeugen oder Eideshelferinnen fügiren, da man sie als zu ungebildet ansah. Sie durften nur in Fällen des Kindmordes und Scheidung bei Inpotenz des Mannes vor Gericht geladen werden. Frauen wurden bei Untersuchungen der heimlichen Geburt eines Kindes auch hinzugezogen, sie mussten die Brüste der Frauen überprüfen ob eine heimliche Geburt stattfand oder nicht. Auch bei Vermutung des Vorehelichen Geschlechtverkehrs mussten Frauen das Jungfernhäutchen überprüfen. Männern war dies nicht gestattet. Meist waren es Nonnen oder weibliche Familienangehörige des Richters. Ebenso war das gerichtliche Klagerecht der Frauen eingeschränkt; nur ledige Frauen durften Zivilklage bei Gericht einreichen, verheiratete Frauen waren dabei auf die Zustimmung ihres Ehemannes angewiesen. Ausnahme war die unabhängige Kauffrau, die auch als Verheiratete Klageberechtigt blieb.

Vergewaltigung im Mittelalter und deren Anklagen
Die Strafzumessung war in den mittelalterlichen Ländern Europas sehr unterschiedlich. In Frankreich und England wurde sie mit Blendung, Kastrierung oder sogar Hinrichtung geahndet. Diese Strafen wurden aber oft nicht angewendet, vor allem in bäuerlichen Kreisen, stattdessen wurden Geldstrafen verhängt. Die Gesetze Kaiser Friedrichs II . in Sizilien sahen generell vor, dass Vergewaltigung, auch einer Dirne (Magd), mit der Todesstrafe zu belegen sei.

Anders in Deutschland: dort begnügte man sich mit der Auspeitschung des Täters. In Ausnahmefällen war es der vergewaltigten Frau erlaubt, an der Austeilung der Schläge teilzunehmen (meist bei Adligen Frauen). Eine Strafmilderung oder gar Freispruch gab es nur wenn Täter und Opfer danach heirateten. Gesetzgeber und Richter machten einem Vergewaltigungsopfer die Klage nicht leicht. Bemerkenswert ist, dass Vergewaltigungsklagen abgewiesen wurden, wenn die Frau nach der Tat schwanger wurde. Dies ist so zu verstehen das man damals dachte das Frauen nur Schwanger werden konnten wenn sie Lust beim Sex empfinden, die Lust am Sex, schloss daher eine Vergewaltigung aus.

Wurden Frauen auch vor Gericht verklagt?
Man fand Gerichtsprotokolle die zeigten das Frauen ebenso verklagt wurden wie Männer. Frauen wurden verklagt wegen auffälliger Kleidung die nicht der Norm der Stadt entsprachen. Spinnerinnen/Näherinnen wurden angezeigt wenn vermutet wurde, das sie die teure Seide gegen minderwertiges Material vertauschten. Außerdem finden sich Anklagen wegen Beleidigung, Verleumdung, Hausfriedensbruch, handgreiflicher Auseinandersetzungen, Diebstahl, Ketzerei, Hexerei, Brandstiftung, Kindstötung und Mord. Meist wurden Männer und Frauen für ihre vergehen gleich bestraft.. Allerdings Endeten Männer die homosexuelle Verlangen hatten auf dem Scheiterhaufen. Es ist kein Fall von einer Frau überliefert, die wegen einer lesbischen Beziehung angeklagt wurde. Die weibliche Homosexualität galt als geringere Sünde als die männliche. Eine andere Ausnahme bildet die Ahndung von Ehebruch . Während bei Männern außereheliche Beziehungen nicht überall als Ehebruch geahndet wurden, gab es bei Frauen keinerlei Ausnahme. So setzten beispielsweise die Gesetze Friedrichs II. eine grausame Trennungslinie: Weiblichen Ehebrechern wurde die Nase abgehackt, während männliche Ehebrecher gleichsam gelinde davonkamen. In anderen europäischen Ländern wurde der weibliche Ehebruch besonders hart bestraft: die Frauen kamen auf den Scheiterhaufen oder wurden lebendig begraben, während die Männer „nur“ am Galgen endeten, was eine gerade zu harmlose Hinrichtung ist.

Frauen und Kirche
Die Frau durfte keinen Altar- und Sacrementdienst leisten. Sie durften keine Priesterweihe empfangen (in der röm. kath. Kirche und anderen ablegern heute noch so) selbst Predigen durfte sie nicht.. Da die Frau nur zweit ranging im Paradies und auch verantwortlich für die Erbsünde war, sowie es im neuem Testament steht, nahm Paulus diese zwei Argumente für die Unterwerfung der Frau dem Manne. Die Kirchenväter wurden nicht müde, die Frauen als Töchter Evas anzuprangern, als Urheberinnen alles Unheils, von der Last der Erbsünde gebeugt und als Verführerinnen des Fleisches. Frucht ihrer Sünde sei ihre zwangsläufige Unterordnung unter den Mann. Diese Unterordnung galt als natürlich, da der Mann von Natur aus mit größerer Logik und Klugheit ausgestattet sei, die Frau ihm also unterlegen sei, so Thomas von Aquin .

Nonnen-Schwesternschaften

Nonnen waren gleich auf mit Mönchen, sie widmeten ihr Leben dem Gebet. Für sie galten die selben Regeln, wie z.B. Keuschheit, Armut. Frauen die Jungfräulich ins Kloster gingen waren besonders hoch geehrt. Eine Nonne, trug zum als Zeichen ihrer Verlobung/Ehe mit Christi einen Ring. Während des gesamten Mittelalters gab es Nonnen, die außerhalb von Kirchen und Klöstern als Einsiedlerinnen lebten. Doch die Mehrzahl von ihnen gliederten sich mit Entstehung des Ordenswesen in die klösterliche Gemeinschaft ein. Nonnenkloster wurden steht´s von Mönchskloster administriert und ausgehalten. Seit dem 6. Jahrhundert existierte der Orden der Benediktinerinnen, dem im Hochmittelalter ein großer Teil der Frauenklöster angehörte. Außerdem gab es die Orden der Zisterzienserinnen und Prämonstratenserinnen . Frauenklöster waren meist Zweitklöster, Tochterklöster, der Männer/Mönchsklöster.

Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden die Orden der Franziskaner und Dominikaner, denen auf Seiten der Nonnen die Gemeinschaft der Klarissen, gegründet von der heiligen Klara unter dem Einfluß von Franz von Assisi, sowie die Dominikanerinnen gegenüberstanden. Im Unterschied zu den Mönchen beider Orden, die überwiegend als Priester, Lehrer und Missionare innerhalb der städtischen Gesellschaft wirkten, lebten die Nonnen ebenso von der Welt abgeschieden wie die Benediktinerinnen. Sie durften das Kloster nicht verlassen, weshalb sie sich auch nicht der Armenpflege widmen konnten, auch die Predigt war ihnen untersagt.

Stellung der Äbtissinnen
Den Äbtissinnen war es untersagt ihren Mutschwestern, die Beichte abzunehmen, sie zu segnen, vor ihnen zu Predigen und sie durften nicht an Sitzungen der Äbte teilnehmen. Nach den Buchstaben des Gesetzes stand ihnen lediglich eine organisatorisch und leitende Autorität zu, mit Hilfe derer sie die Befolgung der Ordensregel und die Aufrechterhaltung allgemeiner Disziplin im Kloster verlangen konnte, gegebenenfalls unter dem Einsatz von Disziplinarstrafen. Trotz Beschränkung einzelner Rechte erfreuten sich speziell die Äbtissinnen, die reichen Klöstern mit ausgedehntem Landbesitz vorstanden, weitgehender Machtbefugnisse; etwa in England, Frankreich, den Niederlanden sowie in Süditalien, Deutschland und Spanien. Die Bauern die Kloster Grundbesitze oder Lehnsbesitze bearbeiteten mussten auf die Äbtissin genauso hören wie auf einen Abt . Äbtissinen mit Lehnsrechten standen innerhalb ihrer Gemarkungen an der Spitze des jeweiligen weltlichen Gerichts; einige von ihnen besaßen sogar eine höhere Gerichtsbarkeit, zu der Entscheidungsgewalt in Strafsachen sowie in Rechtsstatusangelegenheiten ihrer Untertanen gehörten. Zweifellos bot so das Amt einer Äbtissin – trotz gewisser Einschränkungen, Frauen die Möglichkeit, ihr Talent zur Führung, Organisation und Lehre unter Beweis zu stellen.
Obwohl theoretisch jeder unverheiratete Mann Priester oder Mönch, bzw. jede unverheiratete Frau Nonne werden konnte, wurden ins Kloster fast ausnahmslos adlige oder wohlhabende Töchter zugelassen. Frauen aus niedrigeren sozialen Schichten dienten höchstens als Laienschwestern oder Mägde. Das lag daran das Frauen die ins Kloster wollte trotz alledem ihre Mitgift mitbringen mussten. Unter den Reichen war dies kein Problem aber unter der normalen Bevölkerung schon. Die Mitgift fürs Kloster war nicht gesetzlich vorgeschrieben, wurde dennoch verlangt.

Häufig blieben Töchter von Adeligen und Patriziern (gut Bürgerlichen) nicht aus freier Entscheidung ehelos, sondern allein deshalb, weil ihre Väter die für eine standesgemäße Ehe notwendige Mitgift nicht zu leisten wollten. In Adels- und wohlhabenden Bürgerfamilien wurde meist das gesamte Familienvermögen aufgebracht um zumindest eine Tochter in ein Geschlecht von Ansehen einheiraten zu lassen, die übrigen Töchter wurden in solchen Fällen fürs Klosterleben abgestellt. Eltern befürworteten meist einen eintritt ins Kloster wenn schon eine anderes weibliches Familienmitglied im Kloster war, denn die Ältere übernahm die Patenschaft der Jüngeren und die Mitgift verringerte sich. Neben dem Zustrom von Frauen, die sich aus religiösen Gründen oder als Alternative zur Ehe fürs Kloster entschieden, wurden bei den frommen Schwestern uneheliche , verwachsene (zu alte) oder geistig zurückgebliebene Töchter abgeliefert. Ebenso viele Witwen wählten den Weg des Klosters, besonders wenn diese Vermögend war.Viele Frauen ginge auch vor angst der Fleischessünde ins Kloster statt zu heiraten. Daneben hatten Klöster Zuzug von Seiten verheirateter Frauen, die sich im Einvernehmen von ihren Männern getrennt hatten. Viele Mädchen mit 14 oder 15 wurden schon zu Nonnen jüngere Mädchen lebten als Novizinnen (Klosterschüler, Schwesternschüler) im Kloster. Im 12Jhd. gab es eine neue Regelung, Elter durften für ihre noch minderjährige Tochter kein Gelübde mehr ablegen, daher zwangen viele Eltern ihre Töchter dazu. Mit der Volljährigkeit durften daher Mädchen das Kloster wieder verlassen. da aber die Mitgift nicht wieder ausgezahlt wurde blieb dem Mädchen meist nichts als Nonne zu bleiben. Im 13Jhd und 14.Jhd war die zahl der Mädchen die an den Klosterpforten klopften höher als die Zahl der Mädchen die aufgenommen werden konnte. So bildeten sich immer mehr Frauenkloster.

Im Kloster bestimmte das Beten, Arbeite und das Lesen den Alltag einer jeder Nonne, sowie bei den Mönchen füllte der tag sich meist durch Stundegebete und liturgische Hymnen. Meist begann der tag mit der ersten andacht von 2uhr morgens bis zum Sonnenaufgang. Die Lezte Andacht war meist um 8Uhr, 5Stunden verbrachten die Frauen mit arbeiten, dazwischen das Essen, mit Andachten und Vergnügen. Die Mahlzeiten und ihre Zutaten stammten meist aus den eigenen Kloster, sie brauten das Bier, fingen die Fische, schlachteten das Vieh und bestellten die Felder. Reiche Klöster hatten dafür ihre Lehnsbauern. Salz und Gewürze kamen von außen. In reichen Klöstern wurden die Hausarbeiten von Laienschwestern und Mägden erledigt, während sich die Nonnen mit Spinnen und Stricken beschäftigten. Einige Nonnen hatten auch das Privileg Bücher abzuschreiben. Ärmere Kloster mussten jedoch ihre arbeiten alleine machen, oder sie teilten sich die aufgaben mit ein paar wenigen Laienschwestern und Mägden. Einen gesellschaftlichen Beitrag leisteten die Nonnen durch Einrichtung von Internatsschulen für Jungen und Mädchen aus dem Adel und dem wohlhabenden Bürgertum. Außerdem verteilten sie Almosen an die Armen und halfen den Mönchen bei der Pflege von Kranken.

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