Login
Neueste Kommentare
Mondphase
MONDPHASE
Zufallszitate
"Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!" (Oscar Wilde)
Unterstützen
Counter

Germanische Gottheiten

Odin
Odin ist der oberste Gott der germanischen Mythologie, wie wir sie aus der Edda kennen. Aus dieser Rolle verdrängte er wahrscheinlich den ursprünglichen „Himmelsvater“.
Der „Allvater“ ist ein wechselhafter und launischer Gott, was schon daran sichtbar wird, daß er immer wieder unter anderem Namen erscheint und seine wahre Identität verbirgt. Um die 170 Namen sind für ihn in den alten Texten und Inschriften überliefert.
Odin ist der „Walvater“, der als Kriegsgott die Gefallenen vom Schlachtfeld ´kiest´ und in Valhalla, der Halle der getöteten Krieger aufnimmt. Diese „Einherjer“ bereiten sich auf ihre letzte Schlacht, Ragnarök, den Untergang der Götter, vor.

Auch für den ersten Krieg überhaupt ist dieser Gott verantwortlich. Dies war der Kampf zwischen den Asen und dem zweiten Göttergeschlecht, den Vanen. Odin warf als erster seinen Speer Gungnir ins gegnerische Heer. Mit dieser Geste eröffneten die germanischen Krieger später auch den Kampf und riefen „Odin hat euch alle!“.
Er stiftet auch andere zu Eidbrüchen an, sät Unfriede in Sippen.
Ein unruhiger Gott ist Odin, stets auf Wanderschaft und auf Suche nach Weisheit und Wissen. So opferte er beispielsweise ein Auge, um einen Schluck aus Mimirs Brunnen der Weisheit trinken zu dürfen. Ebenso opferte er sich und hängte sich für 9 Tage und Nächte an Yggdrasil, um am Ende die Kenntnis der Runen der (magischen) Schriftzeichen der Germanen, zu erlangen. Aus diesem Grunde ist Odin auch Gott der Ekstase, der Runen und auch der Dichtkunst (neben Bragi). Für Kriegerbünde wird er die Initiationsgottheit gewesen sein.

Da ihm auch Menschenopfer dargebracht wurden, wobei die Opfer bevorzugt an Bäume gehängt wurden, war ein weiterer Name Odins auch „Hanga-Tyr“ – Gott der Erhängten. „Harbard“ – der Graubart – hieß Odin auf Wanderschaft, wobei er auch die Welt der Menschen aufsuchte. Er erschien dann zumeist im dunkelblauen Umhang und mit Schlapphut.
Als Totengott hat Odin die Fähigkeit, mit den Verstorbenen zu kommunizieren. Bekannt ist z.B. seine Reise in die Unterwelt, wo er eine tote Völva wiedererweckt und um Auskunft bittet. Zum selben Zweck benutzt er auch den abgeschlagenen Kopf des Riesen Mimir.
Odin reitet auf seinem achtbeinigen Pferd, Sleipnir, Abkömmling von Loki. Eliade (Schamanismus und archaische Ekstasetechnik) meint dazu: „Nun ist das achtbeinige Pferd das Schamanenpferd par excellence.“. Weitere ´Symboltiere´ Odins sind Raben, Wölfe und der Adler, also die Tiere, die nach der Schlacht auf dem Schlachtfeld zu finden sind. Zwei Raben hat er, Hugin und Munin, die für ihn Neuigkeiten aus den Welten sammeln. Eliade spekuliert darüber, ob die beiden Raben als ´Hilfsgeister´ in Tiergestalt interpretiert werden können. Odins Wölfe heißen Geri und Freki. Laut der Ynglingasaga hat Odin auch die Fähigkeit, sich in Tiergestalt zu verwandeln, so z.B. in einen Adler oder eine Schlange.
Gunmag vertritt die Auffassung, daß andere Gottheiten wie Lodur, Hoenir, heimdall oder loki nur Aspekte Odins seien.


Thor / Donar
Sohn Odin mit der Erde, Jörd, die vermutlich mit Nerthus identisch ist. Er ist der muskelbepackte Rotbart, der mit seinem Hammer Mjöllnir, den Eisenhandschuhen und dem Kraftgürtel permanent gegen die Riesen kämpft und Götter und Menschen schützt. Er galt den Bauern als Fruchtbarkeitsgott, war überhaupt der beliebteste Gott im Volk. Er ist der Gewittergott, der Blitze schleudert und warmen Sommerregen spendet. Ein Freund der Menschen, dessen Hammer bei Hochzeiten der Braut in den Schoß gelegt wurde. Thor fährt einen von zwei Ziegenböcken gezogenen Wagen.


Tyr / Tiwaz / Tiu, Ziu / Saxnot
Der Himmels- und Rechtsgott. Es wird angenommen, daß er der ursprüngliche, oberste Gott war (besonders bei den Südgermanen), bevor er durch Odin verdrängt wurde. Mit ihm gemein hat er, daß er auch als Kriegsgott angerufen wurde und er der eigentliche Gott war, den man um Glück in der Schlacht bat. Die drei letzten Namen sind südgermanischer Herkunft. Er ist der Gott der Thing-Versammlung (thingsaz = Thinggott) und wurde bei Eiden angerufen. Die ihm entsprechende Tiwazrunen wurde oft auf Waffen geritzt. Er ´opferte´ einen Arm, wodurch es den anderen Göttern gelang, den Wolf Fenrir zu fesseln.


Baldur / Balder
Sohn von Odin und Frigg, Mann der Nanna und Forsetis Vater. Ein weiser und strahlender Lichtgott, Balder der Gute, der Weiße Ase, ein Gott der Gerechtigkeit. Er wird von seinem Bruder Hödr unbeabsichtigt getötet, angestiftet durch Loki, weshalb er auch der „Beweinte Gott“ genannt wird. Balder hatte einen Vorahnung von seinem Tod durch schlimme Träume, weswegen die Erzählung „Baldurs Träume“ heißt.


Forseti
Balders und Nannas Sohn, ein Gott des Rechtes, worauf der Name „Vorsitzender“ hinweist. Seine Aufgabe ist das Schlichten von Streit. Forseti wurde wohl hauptsächlich von den Friesen verehrt. Er hatten einen heiligen Platz (Quelle) auf der Insel Helgoland.


Hödr
Blinder Sohn von Odin und Frigg. Seine Blindheit läßt ihn Balder nicht erkennen, als er mit einem Mistelzweig auf ihn schießt. Höd wird auch als Personifikation des Winters angesehen (der symbolisch dem Land die Farben und das Licht raubt), wozu auch der Mistelzweig passend würde, den man zu der Zeit auf den entlaubten Bäumen sehen kann.


Njörd
Er ist der Stammvater der Vanen. Seine Zwillinge Freyer und Freya gehören zu den bekanntesten Göttern. Skadi ist seine Frau, aber nicht die Mutter von Freyr und Freya. Njörd ist Meeresgott, Schutzpatron von Seefahrern und Fischern. Siehe auch: Nerthus


Heimdall
Der Wächter an der Asenbrücke Bifröst. Wenn er in sein Gjallarhorn stößt, wissen alle, daß Ragnarök, der Untergang der alten Götter, begonnen hat. In den Ragnarök töten sich Loki und Heimdall gegenseitig. Simek bezweifelt, daß die Gleichsetzung von Heimdall mit dem Rigr der Rigsthula (Entstehung der 3 Stände der germanischen Gesellschaft) erlaubt ist. Der umherwandernde, Runenwissen lehrende Protagonist ist doch eher mit Odin gleichzusetzen.


Bragi
Der Gott der Dichtkunst und der Skalden, Mann der Idun.


Ullr
Ein rein skandinavischer Gott, Sohn der Sif, Stiefsohn von Thor. Gott der Jagd und der Bogenschützen und Skiläufer sowie anderer Winteraktivitäten.


Loki
Loki ist die schillerndste Gestalt in diesem Pantheon. Er ist eigentlich kein Gott, sondern riesischer Abkunft. Er wird jedoch von Odin nach Asgard gebracht und ist dessen Blutsbruder. Er ist er eine Art Trickster, der immer wieder Unglück über die Götter bringt, bis er schließlich ausschlaggebend für den Untergang der Götter wird:
Mit der Riesin Angrboda zeugte die drei „Monster“, die später die Götter im Ragnarök bekämpften: Die Midgardschlange, den Wolf Fenrir und Hel, die Totengöttin in Helheim. Lokis Frau ist Sigyn. Wie Odin verfügt auch Loki über die Fähigkeit zur Gestaltwandlung. Als Stute läßt er sich von einem Hengst decken, woraus Odin Sleipnir hervorgeht.
Loki ist ein chaotischer, aber intelligenter Gott. Seine ´Grenzüberschreitungen´ haben aber eher destruktive Tendenzen, während dies bei Odin in Kreativität endet. Man kann das auch so sehen, daß Odins destruktive Aspekte in einen anderen „Gott“ ausgelagert wurden. Es gab vermutlich nie einen Loki-Kult.


Ægir (Hler, Gymir)
Ein Meeresriese, der manchmal auch den Vanen zugeordnet wird, der im Gegensatz zu Njörd für die rauheren Gewässer auf weiter See steht. Seine Frau ist Ran, mit der er neun Töchter hat, die Meereswellen. Von ihnen, so wird angenommen, stammt Heimdall ab.
Ægir ist speziell für seine Gastfreundschaft gegenüber den anderen Göttern bekannt.


Frigg(a)
Odins Frau. Sie ist die allwissende, aber verschwiegene Göttin der Frauen (im mittleren Alter), der Ehe, der Familie, des Heims. Sie wird bei Geburten angerufen.
Gundarsson vertritt hier die Auffassung, daß viele „Göttinnen“ Hypostasen von Frigg sind, so z.B. Gefjon, Gna, Saga, Eir, Syn.


Freya
Die Tochter Njörds. Sie ist eine Fruchtbarkeits- und zugleich Kriegsgöttin. Sie erhält die Hälfte der auf dem Schlachtfeld Gefallenen, die sie in Folkwangr aufnimmt, die andere gehört Odin, der im übrigen auch mit ihr liiert ist. Freya ist die Göttin der Sexualität, der Liebenden bzw. der jüngeren Frauen. Sie hat einen Wagen, der von Katzen gezogen wird und ein Falkengewand, mit dem sie (schamanisch) fliegen kann. Sie ist Expertin im Seidh-Zauber. Manchmal liest man, daß die in der Völuspa beschriebene Gullveig mit Freya identisch ist.


Sif
Thors Frau, Mutter von Ullr. Sie hat auffallend goldenes Haar, das man früher mit dem „goldenen Getreide“ zur Erntezeit gleichsetzte, was die Forschung aber wohl als abwegig deklariert. Mit Sif hat Thor den Sohn Modi. Sif wird als Göttin der Schönheit und Eitelkeit gesehen.


Idun
Die Göttin, die die magischen Äpfel verwahrt. Diese verhelfen den Göttern zu unverbrauchter Jugend. Problematisch wurde es laut mythischer Schilderung, als Idun von einem Riesen entführt wurde: Sofort begannen die Götter zu altern.


Skadi
Sie ist mit Njörd verheiratet. Skadi ist ein große Jägerin und eine Göttin der Berge und des Winters.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.