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Nessi – Das Monster von Loch Ness

Die Legende vom Ungeheuer im Loch Ness, das sich selten blicken lässt, findet sich schon im frühen Mittelalter. Heute versuchen »Monsterjäger« mit modernster Technik, Schottlands Drachen aufs Bild zu bannen – mit überraschenden Ergebnissen.

Eigentlich sind Wassergeister in schottischen Seen etwas ganz Normales. Seit Alters her werden hier die Kinder vor den Kelpies gewarnt. Diese Geister lauern in der Gestalt von Pferden im Schilf und warten auf Menschen, die sich zu nahe ans Ufer wagen. Dann packen die Kelpies ihre Opfer, zerren sie ins Wasser, ertränken und fressen sie.


Das Phänomen Nessie, wie wir es heute kennen, wurde im Jahr 1933 geboren. Am 14. April dieses Jahres fährt das Ehepaar Mackay von einem Besuch im Städtchen Inverness am See entlang nach Hause. Mr. Mackay steuert den Wagen, seine Frau blickt müßig aus dem Fenster und über den Loch Ness. Plötzlich schreit sie: »Du meine Güte! Was ist das? Dort draußen?« Mr. Mackay bremst sofort. In der Mitte des Sees ist das stille Wasser zu schäumenden Wellen hochgeworfen worden. Und dann taucht ein riesenhaftes Tier auf, das im Wasser herumtobt und mehrere Minuten lang immer wieder auf- und abtaucht. Zuletzt verschwindet es in einem Wirbel aus Gischt und Wellen in der Tiefe des Sees.

Doch schon lange vor Mackay hat Nessie immer wieder seine Spuren in der Geschichte hinterlassen, zuerst in einer Heiligenlegende aus dem frühen Mittelalter. P.M.-HISTORY-Autor Mathias Weißgold geht diesen Spuren nach, stellt die gängigen Theorien zu Schottlands Drachen vor und schildert, wie moderne Nessie-Jäger auf die Pirsch gehen. (Quelle:P.M.)

Über Nessie, wie man den Burschen auch gerne bezeichnet, gibt es seit 1933 ausführliche Berichte in allen großen englischen Tageszeitungen und Magazinen. Das Gerede um das Fabelwesen wurde zum Paradebeispiel für die leichtgläubige Presse und die Jagd nach aufregenden Stories. Angefangen hatte alles mit einem Bericht in der schottischen „Northern Chronicle“ vom 27. August 1930, wo berichtet wurde, dass drei Männer beim Fischen einen etwa sechs Meter langen Körper im Wasser entdeckten, der sich ihrem Boot aus einer Entfernung von 550 Metern schnell zubewegte.
Diese Sensation wollten sich natürlich alle anderen Zeitungen nicht entgehen lassen, sogar die Rundfunkanstalt BBC berichtete darüber. Allerdings konnte niemand die Existenz des See-Ungeheuers beweisen, da es keinerlei Fotos gab. Bereits wenige Jahre später kam es zu einem regelrechten Wettrennen von Journalisten und Fotographen, brauchbares Bildmaterial heranzuschaffen; tatsächlich gelangen ab 1933 verschwommene Aufnahmen, die angeblich den Hals und Kopf des an der Oberfläche schwimmenden Tieres zeigen sollten. Allerdings waren die Fotos keineswegs ernstzunehmende Beweise, da sie außer einem länglichen Etwas unbestimmter Größe und der kräuselnden Wasseroberfläche nichts zeigten.

1934 kam die berühmte „Daily Mail“ ins Spiel. Sie engagierte einen namhaften Großwildjäger, Mr. Wetherall, der sich auf die Suche nach dem Monster machen sollte. Überraschend schnell erzielte er Ergebnisse, als er bei Dores Fußspuren um Sand entdeckte. Die Daily Mail verbreitete die vermeintliche Sensation sofort: „Das Loch-Ness-Monster ist keine Legende, sondern eine Tatsache!“ Ein Zitat des Großwildjägers Wetherall: „Es handelt sich um ein vierzehiges Tier mit Füßen von etwa 20 cm Breite. Ich halte es für ein starkes, weichpfotiges Tier von etwa sechs Metern Länge.“ Die Freude in der Daily-Mail-Redaktion währte jedoch nicht allzu lange: Sachverständige des British Museum of Natural History erklärten die Spuren wenig später zu Abdrücke eines Flusspferds – verursacht wahrscheinlich von einem exotischen Exemplar, das einem in der Nähe wohnenden Schotten gehörte …
Die Daily Mail will´s jetzt wissen!

Ob sich der Großwildjäger einen Spaß mit der Zeitung machen wollte, oder ob er selbst einem Witzbold aufgesessen war, kam nie heraus.
Nach Mutmaßungen, es handele sich um nichts weiter als eine Robbe – allerdings könnten diese Meerestiere keinesfalls in einem Süßwassersee wie dem Loch Ness überleben – berichtete die Daily Mail erst wieder 1969 über Wendy (ein weiterer Spitzname für das Objekt). Reporter hatten angeblich das Skelett des Tieres gefunden. Wie schade nur, dass sich herausstellte, dass ein Spaßvogel der Zeitung den Kiefer eines Blauwals untergeschoben hatte. Das war aber keineswegs genug, wiederum ermuntert, ihren Ruf zu retten, ließ die Zeitung 50 000 W an Sonarenergie durch das Loch schicken, um dabei sämtliche Lebewesen zu erfassen. Die Folge: Die Fische und anderen Tierchen nahmen das ziemlich übel und sanken leblos auf den Meeresgrund – die Öffentlichkeit war empört. Und noch eine Anekdote: Zoologen einer Universität wollten am Ufer ein totes Loch-Ness-Monster gefunden haben – die Zeitungen gaben die Nachricht unverzüglich als Sensation wieder und holten sich ein weiteres Mal Kopfschmerzen: Die Professoren hatten sich etwas Besonderes für den 1. April einfallen lassen und waren sofort erfolgreich. Bei dem Fund handelte es sich um einen verendeten See-Löwen aus einem örtlichen Zoo…

So entstand in der Öffentlichkeit das Bild, beim Loch-Ness-Monster handele es sich um das Objekt des hart umkämpften Markt der Tageszeitungen, wobei dieser Grabenkampf auf dem Rücken der Glaubwürdigkeit der englischen Medien ausgetragen wurde. Wissenschaftler weigerten sich fortan, der Sache nachzugehen, schon aus Furcht, sich dabei selbst zum Idioten vor der Öffentlichkeit zu machen.
Beweise für die Existenz von Nessie

Dass es sich keineswegs um eine Erfindung der Presse handelt, kann man leicht beweisen: Bereits im Jahre 565 hat nach Berichten der Heilige Columba das Wesen gesehen. Also liegen die ältesten Sichtungen auf jeden Fall schon mehre hundert Jahre zurück.
Darum gibt es bis heute noch immer eingeschworenen, selbsternannte Forscher, die sich dem Tier verschrieben haben, aber auch wahre Forscher. Allerdings bekannten sie sich oftmals nicht zu ihren Funden – eben aus Furcht, vor der Öffentlichkeit als Trottel dazustehen. Fotos, die sich einwandfrei als Wasserschlange interpretieren ließen, sprach man keine Bedeutung zu. Man sprach in Fachzeitschriften und Klatschblättern immer über Baumstämme, Plastiknessis, Fotomontage oder Wasserschläuchen. Doch es gibt anscheinend Beweismaterial, das die Existenz des Ungeheuers bestätigen soll. Ein vom Chirurg Robert Kenneth Wilson bereits 1934 geschossenes Privatfoto zeigt den Kopf und Rumpf eines auf der Oberfläche schwimmenden schlangenähnlichen Wesens, es erinnert fast an die im Wasser lebenden Dinosaurier aus längst vergangenen Zeiten. Obwohl die Kritiker sogleich unkten, dass man einer Fälschung aufsäße, wurde die Echtheit durch Experten bewiesen. Mehrere Expeditionen brachten mit der Zeit Klarheit: Es existieren mittlerweile mehrere Aufnahmen, die allesamt das berühmte Objekt zeigen. Der Zoologe Eric Foxon von der Linnaen Society meinte: „Das Tier fällt in keine bekannte Kategorie. Die Zweifel der Skeptiker sind zunichte gemacht. In Zukunft wird jedermann eingestehen müssen, dass es etwas im Loch Ness gibt.“ Man stellte Vermutungen an, dass es sich bei dem „Ungeheuer“ um ein überlebendes Tiefseetier aus der Urzeit handelt, das in der Abgeschiedenheit des Loch Ness die Jahrtausende überlebt hat. Seine Existenz wurde in den Folgejahren mehrmals bestätigt, zum Teil auf Fotos oder auch mittels „Abdrücken“ auf Echolot- und Sonarbildern, die es mehrmals hinterließ. Allerdings meinen Andere Forscher, das es wegen dem wenigen Futter Möglichkeiten Nessi niemals überleben könnte. Spekulationen über eventuelle Unterwassertunnel die ins Meer führen konnten noch nicht bewiesen werden, da das Tunnelsystem zu komplex und weit führend ist.
Den Skeptikern ein Ende bereiten!

1960 kam dann der Durchbruch: Nach sechstägiger Suche bannte der Luftfahrtingenieur Tim Dinsdale ein schwimmendes Tier, auf das Nessies Beschreibung zutrifft, auf 16-Millimeter-Film. Skeptiker verwarfen es als Fälschung -wissenschaftliche Untersuchungen der NASA bewiesen indes die Echtheit der Bilder. Dinsdale filmte den buckligen Rücken und das Kielwasser eines Tieres von etwa zwei Meter Durchmesser beim Durchschwimmen des Lochs, dem anschließenden Wenden und Untertauchen. Die wieder aufgewärmte Theorie der Zoologen, es sei ein Baumstamm mit verrottendem Schilfgras ist wesentlich unwahrscheinlicher als die wahre Existenz des Wassertieres. Schließlich führte man die Bezeichnung „Nessiteras rombopteryx“ ein.
Ein Marketing-Gag?

Nun tauchen in jüngster Zeit immer mehr Geschichten von Ungeheuern in Sees auf. Dieses Phänomen verbreitet sich in ganz Europa. Ist das nur ein Werbe Gag um Touristen in die eher unbeliebteren Fleckchen zu locken? Ist Nessi im Loch Ness vielleicht auh nur ein Werbegag?
Unendliche Weiten – und doch so nah

Die Menschheit hat es im letzten Jahrhundert fertiggebracht, das Weltall zu erkunden und Bilder von Galaxien aus Entfernungen zu liefern, die hinten mehr Nullen haben als Ziffern vorne – und es hat bisher noch immer niemand geschafft, ein scharfes Foto von einem Objekt zu schießen, das mitten unter uns lebt, womöglich schon seit mehreren tausend Jahren… Nur für den Fall, dass „Nessiteras rhombopteryx“ existert.

Vielleicht ist Nessi nur eine Erfindung eines Trunkenboldes des Mittelalters oder ein Kinderschreck.

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