Login
Neueste Kommentare
Mondphase
MONDPHASE
Zufallszitate
"Feig, wirklich feig ist nur, wer sich vor seinen Erinnnerungen fürchtet." (Elias Canetti)
Unterstützen
Counter

So pflegten sich die Ägypter

Schönheit um jeden Preis
Unter diesem Motto lebten wohl die allermeisten Ägypter – aber auch gerne, denn gut Aussehen war für sie sehr wichtig. Wie heute gab es auch früher immer neue Modetrends, so dass man auf Bildnissen die Menschen des neuen Reiches gut an ihrer plissierten Kleidung und ihren kunstvollen Perücken erkennen kann.
Wie so oft waren diese Modetrends nur für die Oberschicht erschwinglich, aber auch ärmere Menschen versuchten mit Schmuck aus Ton und Glas den Trends in der Oberschicht nachzueifern.

Kleidung
Die Kleider wurden aus Leinen hergestellt, selten auch aus Wolle. Baumwolle wurde durch die Römer importiert. Da das Einfärben der Kleidung teuer und schwierig war, waren die Kleider meist weiß und wurden durch die Sonne ausgeblichen um diese noch schöner zu machen.
Die Oberschicht färbte ihre Gewänder ein und bestückte sie mit Perlen und anderem Schmuck. Als Farbe benutzte man Ocker und die pflanzlichen Darbstoffe Krapp, Saflor und Alkanna für rot, Färberwaid für blau, die Rinde des Granatapfelstrauchs für gelb.
Während sich bei den gut betuchten Leuten die Kleidung im Laufe der Zeit mehrmals veränderte, trugen einfache Bauern bei der Arbeit oft nur zweckmäßige Kleidung, die aus einem kurzen Lendenschurz oder einem Penisschutz mit einem Gürtel bestand. Berufskleidung gab es nicht.
Dienerinnen, Tänzer und Sänger wurden meistens nackt dargestellt. Wieso es so war weiß man nicht, bei Tänzerinnen bestimmt um ihren Herren zu gefallen.

Der „Usech“ ist ein Halstragen der von Männern und Frauen getragen wurde. Er wurde als Perlen und Blumen hergestellt. Die Unterschicht lief meist Barfuß, wogegen die Reichen auch mal Sandalen aus Palmblättern, Gräsern, Papyrus, Binsen und aus Leder trugen. In Tutanchamuns Grab fand man an die 93 Paar Schuhe, ob sie getragen wurden weiß man nicht.

Typische Männerkleidung
Die Kleidung war sehr schlicht und nur sehr selten pompös. Männer legten um die Hüften einen quadratischen Schurz, der mit einem Gürtel festgeknotet wurde. Länge und Schnitt konnten durchaus variierten. Ein durchsichtiger Überrock wurde ab dem mittleren Reich sehr beliebt. Erst später wurde es Modepflicht auch den Oberkörper zu bedecken.
Ab dieser Zeit tauchen Oberteile mit einem kurzen Ärmel und einem langen Faltenrock auf, die auf Bildern durchsichtig erscheinen. Die Scham wurde bei den Männern im Gegensatz zu den Frauen Männern immer verdeckt.

Typische Frauenkleidung
Frauen trugen ein langes Kleid, welches auf Bildnissen einem Schlauchkleid ähnelte und an den Schultern mit breiten Streifen zusammengehalten wurde. Auf Bildern wurden diese Kleider immer eng gemalt, ob es nun wirklich auch so war, weiß man nicht.
Es ist wohl eher ein künstlerisches Mittel, was die Maler zu der damaligen Zeit wählten. Kleider, die man in Grabkammern fand waren weiter geschnitten als auf den meisten Bildern gezeigt wurde.

In der Neuzeit wurden auch Kleidungsstile der Nachbarn mit in die eigene Kleidung eingebaut. Heraus kamen wunderschöne Kleider, die immer länger und breiter wurden. In der Amarna-Zeit wurden die Kleider durchsichtig und zeigten Brüste und Scham der Frau. Göttinnen wurden bis zum Ende der pharaonischen Kultur immer mit Schlauchkleidern abgebildet.

Frisuren
Auf die Frisur wurde ebenso geachtet wie auf die Kleidung. Oft wurden Perücken getragen, die kunstvoll gestaltet wurden. Aufgrund der Hitze in Ägypten trugen Männer meist Glatze oder kurze Haare. Männer der Oberschicht trugen auch mal einen Schnurbart oder Kinnbart.

Frauen trugen ihr Haar meist schulterlang. In der Oberschicht wurde das Haar der Frauen von Friseuren oder Dienerrinen gestylt. Die Frisuren der Männer und ihre Bärte wurden von Babieren geschnitten, dies konnte im Freien oder im Haus stattfinden.

Perücken ließen sie sich in Perückenwerkstätten anfertigen. Hochwertige Perücken wurden aus Menschenhaar geknüpft, andere aus Pflanzenfasern. Es gab verschiedene Arten von Perücken.
So trugen Frauen sie z.B. bis zur Schulter dreigeteilt, also je eine Strähne an beiden Seiten des Gesichts und der Rest nach hinten oder ungeteilt über die Schultern fallend.
Im Neuen Reich wurden auch Perücken mit Locken gefertigt. Perücken und Haar wurden parfümiert und mit Blumen geschmückt – dies aber meist nur in der Oberschicht.

Waschen und Pflegen
Gebadet wurde im Nil oder Kanälen, nur die Oberschicht hatte ein Bad im Haus oder Garten.
Gewaschen wurde sich mit Natron oder einer Art Flüssigseife aus Fetten, die mit Kalkstein oder Kreide vermischt waren.

Der medizinische Papyrus Ebers beschreibt ein anderes Körper-Pflegemittel:
Mehl von (Kalzit-) Alabaster, roter Natron, unterägyptisches Salz und Honig. Die Ägypter hatten auch schon Deos, die aus verschiedenen aromatischen Stoffen, wie Weihrauch, Myrrhe und Alaun bestanden. Für den schlechten Atem kaute man hauptsächlich die sogenannten Kyphi-Pastillen, die aus zermahlenden Bockshornkleesamen, vermengt mit Myrrhe, Weihrauch, Wacholderbeeren, Rosinen, Honig und dem Gummiharz Mastix bestanden.

Schminke
Das Bad einer Frau unterscheidet sich kaum von dem heutigen Bad einer Frau. Schon während der prädynastischen Zeit schminkten sich die alten Ägypter. Für ihre Augen benutzen sie bis ins alte Reich den grünen Malachit und das rote Haematit, das in Wasser, Fett oder Öl aufgerührt wurde.
Mit schwarz, grün und rot zogen die Ägypter ihre Augen bis zu den Schläfen nach, damit sie größer erschienen, ebenso schützten sie sich dadurch vor der Sonne.
Die Schminke sollte auch Krankheiten heilen.
Auch Männer schminkten ihre Augen um Krankheiten und Sonnenbrand zu vermeiden. Lippenstifte und Rouge wurden aus rotem Ocker hergestellt. Haare, Nägel, Handflächen und Fußsohlen wurden mit Henna gefärbt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.