Login
Neueste Kommentare
Mondphase
MONDPHASE
Zufallszitate
"Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum streicheln hat." (Victor Hugo)
Unterstützen
Counter

Tierische Legenden

Der Löwe und die Maus
Es war einmal ein Löwe in der Wüste, der stark war an Kraft und gern jagte. Das Wild der Berge kannte die Furcht und Schrecken vor ihm. Eines Tages begegnete er einem Panther, dessen Haut geschunden und dessen Fell zerrissen war; halb tot, halb lebendig, trug er viele Wunden.

Da sagte der Löwe:
Wie kommst du in diesen Zustand, in dem du bist? Wer hat deine Haut zerrissen, dein Fell geschunden?
Da antwortete ihm der Panther:
Der Mensch ist es gewesen.
Da sagte der Löwe zu ihm:
Der Mensch? Wer ist das?
Und der Panther antwortete ihm:
Es gibt nichts Listigeres als ihn, den Menschen. Mögest du niemals in die Hand des Menschen fallen!

Da wurde der Löwe zornig auf den Menschen und ging von dem Panther weg, um den Menschen zu suchen. Da begegnete der Löwe einem (Haustier-) Gespann, an dessen Zaumzeug (eine Trense) war; ein Gebiss war im Maul des Pferdes und eine Kandare im Maul des Esels.

Der Löwe sprach zu ihnen:
Wer ist das gewesen?
Da sagten sie:
Unser Herr, der Mensch ist es gewesen.
Da sagte er:
Ist der Mensch denn stärker als ihr?
Und sie antworteten:
Unser Herr, es gibt nichts Listigeres als ihn, den Menschen. Mögest du nie in die Hand des Menschen fallen!

Da wurde der Löwe zornig auf den Menschen und ging von ihnen fort. Es begegnete ihm nun folgendes mit einem Stier und einer Kuh, deren Hörnerspitzen abgestumpft, deren Nasen durchbohrt und an deren Köpfen Stricke waren. Er fragte sie, und sie nannten ihm wieder den gleichen Grund.

Dann begegnete ihm folgendes mit einem Bären, dessen Krallen ausgerissen und dessen Zähne abgestumpft waren.

Er fragte:
Ist der Mensch auch stärker als du?
Er sagte:
So ist es. Mir diente ein Diener, und er bereitete mein Futter zu. Da sagte er einmal zu mir: `Wahrlich, deine Krallen hängen aus deinem Fleisch heraus. Du kannst mit ihnen kein Futter mehr fassen. Deine Zähne sind lose, und sie lassen das Futter deinem Maule nicht mehr schmecken. Lass sie mich herausziehen! Ich hole dir das Doppelte an Futter.` Da ließ ich sie ihn herausziehen, und er nahm meine Krallen und meine Zähne an sich; ich hatte aber keine andere Kraft außer ihnen. Er streute mir Sand in den Augen und lief von mir fort.

Da wurde der Löwe zornig auf den Menschen und ging von dem Bären weg, um den Menschen zu suchen. Da traf er einen (anderen) Löwen, der zwischen einem Wüstenbaum (so eingeklemmt war), dass das Holz sich über seine Tatze schloss, so dass er sehr traurig war, weil er nicht weglaufen konnte.

Da sagte der Löwe zu ihm:
Wie kommst du in diese schlimme Lage, in der du bist? Wer hat dir das angetan?
Da sagte ihm der andere Löwe:
Der Mensch ist es gewesen. Hüte dich! Trau ihm nicht! Der Mensch, er ist schlecht. Begib dich nicht in die Hand des Menschen! Ich hatte zu ihm (dem Menschen) gesagt: `Was für ein Gewerbe betreibst du?` Da sagte er: `Mein Gewerbe ist es, einen alt werden zu lassen. Ich könnte dir einen Talisman machen, dass du nie stirbst. Wohlan, ich will dir ein Stück Holz abschneiden und es dir als Talisman auf deinen Leib legen, auf dass du in Ewigkeit nicht sterben wirst.` Da ging ich mit ihm, bis zu diesem Wüstenbaum. Er sägte ihn ab und sagte zur mir: `Gib deine Tatze her!` Da legte ich meine Tatze zwischen das Holz und er schloss einen Spalt darüber zu. Als er nun von mir wusste, dass meine Tatze gefesselt war, so dass ich nicht hinter ihm herlaufen konnte, da streute er mir Sand in die Augen und lief fort.
Da lachte der Löwe und sagte:
O Mensch, wenn du in meine Hand fällst, dann zahle ich dir das Leid heim, das du meinen Gefährten in der Wüste angetan hast!

Als nun der Löwe auf der Suche nach dem Menschen hinausging, da begab es sich, dass sich eine kleine Maus unter seiner Tatze verlief, zierlich von Aussehen und winzig an Gestalt. Als er im Begriff war, sie totzutreten, sagte die Maus zu ihm:

Zertritt mich nicht, mein Herr Löwe! Wenn du mich frisst, wirst du davon nicht satt. Wenn du mich loslässt, so wirst du nach mir nicht weiter Hunger haben. Wenn du mir aber mein Leben als Geschenk gibst, so werde ich auch dir dein Leben als Geschenk geben. Wenn du mich vor dem Verderben bewahrst, so werde ich dafür sorgen, dass (auch) du deinem Unglück entgehst.
Da lachte der Löwe über die Maus und sagte:
Was willst du schon tun? Gibt es denn einen auf Erden, der es mit mir aufnehmen könnte?
Da schwur sie ihm noch einen Eid mit den Worten:
Ich werde dafür sorgen, dass du deinem Unglück entgehst an deinem bösen Tage.
Der Löwe hielt zwar das, was die Maus zu ihm gesagt hatte, für Scherz, aber er überlegte bei sich: Wenn ich sie fresse, werde ich wahrhaftig nicht satt – und er ließ sie frei.

Es war einmal ein Jägersmann mit einem Netz, der Fallen stellte und eine Fallgrube vor dem Löwen aushub. Nun fiel der Löwe in die Fallgrube und geriet so in die Hand des Menschen. Man steckte ihn in das Netz, fesselte ihn mit trockenen Riemen und band ihn mit frischen Riemen.
Als er nun traurig in der Wüste lag – es war die Nachtstunde des Herzerfreuens-, da wollte der Schicksalsgott ihren (der Maus) Scherz wahr machen wegen der prahlerischen Worte, die der Löwe gesprochen hatte, und er ließ die kleine Maus vor dem Löwen treten.

Sie sagte ihm:
Erkennst du mich wieder? Ich bin die kleine Maus, der du das Leben gegeben hast. Ich bin gekommen, um es dir heute zu vergelten, und will dich aus deinem Unglück erretten, nachdem du (in die Hand des Menschen) gefallen bist. Schön ist es, dem eine Wohltat zu erweisen, der sie selbst getan hat.

Da legte die Maus ihren Mund an die Fesseln des Löwen. Sie zernagte die trockenen Riemen und durchbiss alle frischen Riemen, mit denen er gebunden war, und löste den Löwen von seinen Fesseln. Dann aber versteckte sich die Maus in seiner Mähne, und er machte sich an jenem Tage mit ihr auf in die Wüste.
Möge der Hörer lernen aus dem wunderbaren Ereignis, das hier erzählt ist von der kleinen Maus, dem schwächsten Tier in der Wüste, und dem Löwen, dem stärksten Tier in der Wüste. Möge er an den glücklichen Vorfall denken, den der Schicksalsgott hat geschehen lassen, damit sein Heil sich erfülle.

Die Fabel ist ein Teil vom „Mythos vom Sonnenauge“, in der Thot versucht, die Sonnenkatze Tefnut von Obernubien wieder zurück nach Ägypten zu holen. Das erweist sich als ziemlich schwierig, denn wenn Tefnut wütend wird, verwandelt sie sich in eine herrische Löwin und als Tochter des Re kann sie über Leben und Tod entscheiden und somit Thot töten. Um sie also gnädig zu stimmen, erzählt er ihr einige Fabeln, darunter auch die vom Löwen und der Maus.
Diese Fassung stammt aus römischer Zeit, die Geschichte ist aber schon früher belegt.

Quelle


Der Mythos der Friedhöfe
Das Volk wurde, wie auch bei uns heute noch, auf Massenfeldern vergraben. Nur wer es sich leisten konnte wurde in Prunkenanlagen beigesetzt. Die Ägypter gelten als Erfinder der Friedhöfe.
Da man den Verstorbenen Grabgaben mitgab, fürchtete man das die Gräber verschändelt werden würden und die Verstorbenen sich an ihrer Familie rächen würden.
Ebenso wurden Schakale oftmals zu Grabräubern, da sie die Verstorbenen ausgruben und aufaßen.

Um das zu vermeiden, beteten die Leute zum Gott der Schakale Anubis, der die Schakale von den Friedhöfen fern halten sollte. Da Anubis auch der Gott der Friedhöfe ist, ließ er seine Tiere aber weiterhin dort leben.

Daher mußte eine andere Lösung her.

Die Schakale waren auch zum Verjagen von Bettlern gut geeignet. Daher legten die Menschen tagtäglich Opferfleisch auf die Gräber und schützen somit ihre Angehörigen davor, von den Schakeln zerfleischt zu werden und von Grabräubern heimgesucht zu werden.

Noch heute sieht man viele Schakale in der Nähe der teilweise tausend Jahre alten Friedhöfen.
Es gibt allerdings dort kein Aas für sie, da diese Friedhöfe zum Teil in der heutigen Sahara liegen, jedoch sind die Tiere gut ernährt.
Die Alten der Dörfer erzählen, das die Menschen damals einen Vertrag mit dem Gott Anubis abschlossen:

Die Menschen würden bis zum eigenen Tode die Tiere füttern und Anubis würde die Friedhöfe auf ewig schützen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.